Eine Geschichte von zweien und nicht über 6

Eine Geschichte von zweien und nicht über 6

Es waren einmal zwei Luftschlösser. In einem lebte Traumfrau Maria, im anderen der Traummann Jeff. Sie standen in Sichtweite auf ihren Ländereien, getrennt von einem breiten Fluss, über den es keinerlei Brücke gab. Das Wasser war zu reißend, als dass einer der beiden einfach auf die andere Seite hätte schwimmen können. Immer wieder standen Maria und Jeff an den Ufern und bedauerten zutiefst, dass sie nicht zusammen kommen konnten.

Auf Marias Ländereien gab es einen kleinen Wald, in welchem sich ein hübsches Häuschen versteckte. Maria pflegte ihren Busch regelmäßig, kümmerte sich auch immer wieder voller Hingabe um den Verschlag, doch sie hatte zu wenig Holz vor der Hütte, um damit eine Brücke über den Fluss bauen zu können. Auf Jeffs Seite reckte sich lediglich ein einsamer, wenn auch mächtiger Stamm in die Höhe. Jedoch wollte er an diesen keine Axt ansetzen, es hätte ihn zu sehr geschmerzt, denn ohne diesen Stamm wäre sein Land trostlos gewesen.

Und so blieb Jeff nur sein Fernrohr, durch welches er jeden Morgen zum Schloss von Maria schaute. Er bewunderte täglich aufs Neue ihren prächtigen Balkon, konnte sich nicht daran satt sehen. Maria war dies durchaus bewusst und sie gab sich besondere Mühe, den Vorbau zu präsentieren. Sie umrahmte ihn gern mit bunten Stoffen, mit Blumen, manchmal mit glänzendem Leder. Jeff wurde nie enttäuscht. Seinen Wohlgefallen ließ er Maria wissen, indem er seine Flagge vor dem Schloss hisste, was wiederum Maria voller Wonne vernahm. An manchen Tagen tauchte sie in diesen Momenten in das Häuschen in ihrem Wald ab und träumte von dem Tag, an dem sie mit Jeff zusammen kommen würde. Auch Jeff versank in Tagträumen. Wie schön wäre es, wenn er Maria bei der Pflege ihres Balkons behilflich sein könnte? Mit seinen kraftvollen, aber auch sanften Händen würde er ihn einseifen und mit einem Wasserstrahl anschließend zum Glänzen bringen. Maria würde vor Freude juchzen.

Jeffs Ländereien boten wenig Gelegenheit für Ablenkung und das Vertreiben von Langeweile. So kümmerte er sich darum, die Fassade seines Schlosses in Schuss zu halten, um Maria zu gefallen. Über die Jahre verfeinerte er die Struktur des Putzes, so dass er einerseits hart und rau, andererseits aber auch anschmiegsam wirkte. Und Jeff hatte wirklich gute Arbeit geleistet – in Marias Träumen spielte seine Fassade immer wieder eine besondere Rolle. Würde sie je mit ihren Händen darüber gleiten können?

So vergingen die Tage, mit Träumen und Hoffen. Und wie es für das Leben von Traumfrauen und Traummännern typisch ist, gehen Wünsche in Erfüllung. Eines Morgen sah Jeff wie gewohnt durch sein Fernrohr. Erst auf den zweiten Blick fiel ihm auf, dass der Fluss kein Wasser mehr führte. Maria war noch nicht zu sehen, also rannte er eiligen Schrittes aus seinem Schloss, durchquerte das ausgetrocknete Flussbett und erreichte voller Freude Marias Prachtbau. Er wollte nicht unhöflich sein und sofort durch ihren Vordereingang stürmen. So rief er nach oben: „Maria!“ 

Sie erschien an einem der beiden oberen Fenster und blickte völlig überrascht nach unten: „Jeff?! Wie kann das sein? Was für ein beglückender Morgen!“

„Warte, ich komme“, rief Jeff nach oben und ging zum Eingangstor, doch dieses hatte Maria lange vernachlässigt. „Maria! Du müsstet unbedingt deine Hecke schneiden. Ich komme nicht so recht hindurch.“

Maria gelobte Besserung: „Es mag für einen ersten Besuch ungewöhnlich sein, aber komme doch bitte durch den Hintereingang.“

Jeff umrundete das Schloss und erreichte die Tür auf der Rückseite. Das Tor bot einigen Widerstand. „Ein paar Tropfen Öl könnten hier nicht schaden“, dachte er sich, als er eintrat. Schnell hastete er die Treppe nach oben, Maria eilte ihm entgegen. Auf halber Treppe trafen sie aufeinander und fielen sich voller Freude in die Arme. Endlich waren sie vereint. Sie betrachteten sich erstmals genauer, voller Neugier. Und sie waren nicht enttäuscht, ihre Augen glänzten. Maria schnappte sich Jeffs Hand: „Komm, ich zeige dir mein Schloss. Hast du Lust? Zu riechen? Zu schmecken?“

Gemeinsam stiegen sie ein paar Stufen hinauf und schon standen sie dort, wo Maria allzu gern rührte, knetete, Brote in den Ofen schob, raspelte und hobelte. Jeff sah sich um, war begeistert von einer Obstschale, in welcher sich liebevoll angeordnet zwei Melonen, eine Pflaume, eine Banane und zwei Kiwis befanden. Maria fragte nach einer Weile voller Ungeduld, ob Jeff für ein kleines Spiel bereit sei – er zögerte keine Sekunde. Er solle lieber sein Hemd ablegen, denn es könnte schmutzig werden, so Maria. 

Nachdem er es abgelegt hatte, holte Maria ein langes, schwarzes Stück Stoff aus einer der Schubladen und verband Jeff damit die Augen. Anschließend setzte sie sich auf den Küchentisch und stellte ein kleines Behältnis zwischen ihre Beine. Mit ihrer Stimme dirigierte sie den nichts sehenden Jeff zu sich und führte seine Hand zu ihrem Töpfchen: „Nun finde heraus, was es ist.“ Jeffs Finger tasteten vorsichtig am Rand entlang und verschwanden dann in der Öffnung: „Ich hoffe, du hast nichts dagegen, Maria.“ Das hatte sie nicht. Im Gegenteil: Mit Wonne sah sie dem Spiel seiner Hand zu. Jeff ließ die Finger in dem Töpfchen kreisen, führte seinen Kopf heran und nahm mit seiner Zunge Kostproben. Marias Gesichtszüge veränderten sich aufs Neue, zumal Jeff mit Fingern und Zunge immer reger wurde: „Ich kann es schwer sagen. Ich tippe auf Pflaume, aber mit einer Prise Salz. Auf jeden Fall delikat.“ Und schon war Jeffs Mund wieder beschäftigt, er steigerte sich förmlich hinein, bis ihm Zunge und Finger nicht mehr reichten. Er holte einen dicken Löffel hervor und fuhr mit ihm wieder und wieder in das Töpfchen. Maria bereute für den Bruchteil einer Sekunde, dass sie sich nur ein kurzes Sommerkleid angezogen hatte. Aber so wurden nur ihre Schenkel feucht und klebrig durch Jeffs ungestümes Vorgehen – eine kurze Dusche und alles wäre wieder sauber. Unmittelbar nach diesem Gedanken erfreute sie sich wieder verzückt an dem Heißhunger des Mannes vor ihr, bis dieser noch ein letzten Mal seinen Löffel in Marias Töpfchen versenkte.

„Was für ein lieber Gast“, freute sich Maria, „Du weißt, wie man eine Gastgeberin glücklich macht. Ich brauche dich nicht zu fragen, ob es dir geschmeckt hat. Man sieht es dir an.“ Maria lächelte, wischte sich ein wenig Schweiß von der Stirn und hüpfte vom Küchentisch. 

„Seltsam, aber irgendwie ist mir nach mehr.“ Jeff schaute Maria an, die laut lachte: „Keine Sorge, in meinem Keller gibt es noch genug leckere Sachen. Ich gehe mich kurz etwas säubern und dann geht der Rundgang weiter.“

Gesagt, getan. Als Maria zurück kam, führte sie Jeff in eine geräumige Abstellkammer, in ein kleines Zimmer mit vielen Büchern, ebenso in einen Raum voller Werkzeuge und Handwerksbedarf. Hier fanden sich Handbohrer, Hämmer, Meisel, ein Heckentrimmer, ein Rasenmäher, Latten aus hartem Holz, verschiedene Gleit- und Schmiermittel. Jeff zeigte sich beeindruckt: „Selbst ist die Frau. Mit diesen Sachen kannst du dir ja alles mit eigenen Händen machen.“

Maria winkte ab: „Gegen ein paar kräftige, helfende Hände habe ich nichts einzuwenden. Zu zweit macht die Arbeit doch mehr Vergnügen.“

„Weißt du, was mir Vergnügen bereiten würde?“ Jeff sah Maria einen Moment an: „Deinen Balkon zu sehen.“

Maria grinste: „Auf den hast du schon lange ein Auge geworfen, ich weiß. Und es war eine Herausforderung, ihn immer wieder nett zu präsentieren. Na komm.“

Maria ergriff Jeffs Arm und führte ihn nach oben zu ihrem Balkon. Jeffs Atem wurde tiefer, in seinem Gesicht war deutlich abzulesen, was ihm dieser Moment bedeutete. Nach dem ersten Vortasten fand er Worte: „Unglaublich, wie weich das ist.“

Maria: „Ja, dieser Untergrund ist etwas einmaliges in diesen Landen. Hier braucht es keine Unterlage, um es sich bequem zu machen. Leg dich hin, bette deinen Kopf darauf.“

Jeff ließ sich nicht zweimal bitten: „Ist das herrlich. Als würde ich auf weichem Moos liegen. Und gleichzeitig kann ich den Himmel sehen. Ich konnte ja immer nur aus der Entfernung deine Künste bei der Gestaltung bewundern. Aber ich ahnte nichts davon, wie gut sich dieser prächtige Vorbau auch anfühlen kann.“

Maria fühlte sich geschmeichelt, wollte aber auch die Chance nutzen, dass ihr kräftige Männerhände zur Verfügung standen: „Damit dies so bleibt, braucht er seine Pflege.“ Mit diesen Worten drückte sie Jeff eine Flasche in die Hände: „Du darfst damit ruhig großzügig umgehen. Ich werde sicherheitshalber den Stoff um meinen Balkon entfernen, dann kannst du loslegen.“

War Marias Aufgabenverteilung keck? Sicher. Aber Jeff fiel es im Traum nicht ein, sich zu beschweren. Er gab einige Tropfen der öligen Flüssigkeit auf seine Hände und begann mit ihnen über diese einzigartig weiche „Haut“ des Balkons zu gleiten. Er war dabei äußerst gründlich, fasste mal weicher, mal härter zu, goss weitere Tropfen nach. 

Maria lächelte: „Wie bin ich nur all die Jahre ohne dich zurechtgekommen? Du machst mir das wunderbar. Aber bevor du noch mehr Schweiß vergießt, lass uns ein wenig Abkühlung suchen. Wobei: In meinem Garten kannst du dich eigentlich auch austoben.“ Mit einem frechen Grinsen eilte Maria voraus nach unten, Jeff – noch etwas außer Atem – folgte.

Marias Garten lag etwas schattig um diese Zeit. Und er wirkte, als ob er schon länger keine Berührungen durch wärmende Strahlen erhalten hatte. Immerhin enthielt er alles, was für eine Selbstversorgung nötig war. Maria zeigte stolz ihr Gurkenbeet. Lang zogen sich die Triebe mit ihren großen Blättern über den Boden. Maria wühlte sich hindurch und holte eine schon recht ansehnliche Gurke hervor: „Sieht doch gut aus, oder?“ 

Jeff zollte Respekt, griff nach ihr – und zuckte: „Autsch! Berühren verboten?!“

„Ja, die sind stachelig. Aber ich umschließe die Gurke ganz sanft mit meinen Fingern und fahre mit der Hand solange an ihr auf und ab, bis sie schön glatt ist. Und dann kann ich sie ganz ohne Probleme in meinem Mund verschwinden lassen. Ich zeig´s dir.“

Jeff verfolgte aufmerksam Marias Umgang mit der Gurke, bis ihm etwas inmitten von Marias Grasfläche abseits der Beete auffiel: „Ah, eine Pflaume. Sieht verführerisch aus.“ Er griff beherzt zu, spielte ein wenig mit ihr, rieb sie, so dass die etwas blasse Farbe verschwand und die Pflaume purpurrot erschien. Und so, wie Maria die Gurke genoss, tat es Jeff mit dem Früchtchen, welches er entdeckt hatte.

Es war ein kurzer, aber intensiver Genuss, welcher beiden ein entspanntes Lächeln in ihre Gesichter zauberte. Passend dazu fiel nun auch die Sonne auf Marias Garten. Während Maria sich der Ernte der Erdbeeren widmete, bat sie Jeff, sich über die Brombeeren herzumachen: „Hast du Lust zu pflücken?“

Jeff: „Klar, ich pflücke gern.“

Maria: „Hätte ich nicht gedacht. Ein Mann, der gern pflückt, ist eher selten.“

Jeff: „Ich weiß, die meisten Männer wollen mit Pflücken nichts zu tun haben.“

Maria: „Und wenn, dann machen sie es nicht richtig. Sie denken nur an sich. Da kann ich es auch allein machen.“

Jeff: „Keine Sorge, du wirst zufrieden mit mir sein und keinen anderen mehr zum Pflücken wollen.“

Maria: „Weißt du, auf was sich Pflücken reimt?“

Jeff: „Klar, auf Bücken. Gehört zur Gartenarbeit dazu.“

Die Körbe füllten sich mit saftigen Früchten, es wurde nebenbei reichlich genascht. Im angeregten Gespräch hatten sich beide eines Teils ihrer Sachen entledigt, schließlich gab es hier keine neugierigen Nachbarn und die Sonne brannte. Auf beiden Körpern sammelten sich reichlich Schweißperlen. Maria erhob sich nach der letzten Erdbeerpflanze, Jeff trat in diesem Moment hinter sie. Maria geriet aus dem Gleichgewicht: „Huch, mir ist etwas schwindlig, meine Knie sind weich. Diese Hitze …“ 

In dem Moment wankte sie nach hinten. Jeff reagierte schnell und presste seinen Oberkörper gegen Marias Rücken, so dass sie nicht fiel. Allerdings klebten sie nun aneinander fest. „Das ist ja seltsam. Der Schweiß ist wie Kleber.“ Jeff umfasst Marias Hüfte, schob sie von sich weg, damit sie sich wieder lösen können würde. Aber es ging nicht, sie wurde bei jedem Versuch zu ihm zurückgeworfen. Um an den Beeten keinen Schaden zu machen, bewegten sie sich so gut es ging auf die Wiese. Dort versuchte es Jeff mal schneller, mal langsamer, ohne Erfolg. Sein Kopf befand sich ganz dicht an Marias Nacken, so sehr klebten sie aneinander. Die Frequenz seiner Atmung stieg durch die Anstrengungen, sein Atem strich an ihrem Hals entlang. Langsam wurde Maria panisch, sie streckte Jeff ihr Becken entgegen, in der Hoffnung, es könnte der Erlösung dienen. Aber auch dies blieb ohne das gewünschte Ergebnis. Aus Angst, sie könnte in der aufkommenden Panik die Kontrolle über sich verlieren, legte Jeff seinen rechten Arm vorn über Marias Oberkörper, knapp unterhalb des Halses, und presste sie an sich, womit nun endgültig kein Blatt Papier mehr zwischen die beiden passte – eine unbedachte Aktion.

Sein rechter Arm übte aufgrund seiner Lage eine schlechte Hebelwirkung auf ihren Körper aus, so dass seine linke Hand zum Ausgleich weiter nach unten wandern musste. Die Hand strich von der Hüfte aus am Bauch entlang und hielt an ihrem linken Schenkel an, mit klarer Tendenz zur Innenseite. Er fand festen Halt, aber ihr Körper kam einfach nicht zur Ruhe. Also suchten seine Finger kreisend nach einem zentraler gelegenen Punkt zwischen ihren Schenkeln, wodurch ihr Körper aber noch unkontrollierbarer wurde. Weitere Schweißtropfen lösten sich an ihrem Hals. Er leckte einige dieser Tropfen ab, um das Hinabgleiten in die verbindende Zone zu verhindern. Dies setzte sich Minute um Minute fort, eine ausweglose Situation. Der Atem wurde immer tiefer und schneller. Die Kräfte ließen nach, so dass sie sich auf Knie und Hände fielen ließen. In dieser Haltung setzten sie ihre Bewegungen zunächst fort. Noch einmal bäumten sich ihre schweißgebadeten Körper auf mit letzter Energie, noch einmal versuchten sie, voneinander loszukommen. Doch Haut klebte weiter auf Haut, untrennbar. Nach einem allerletzten Kraftakt blieben sie einfach nur noch im weichen Gras liegen, völlig erschöpft. 

Wenig später verschwand die Sonne hinter einigen weißen Wolken. Der Schweiß trocknete und so löste sich das Problem der aneinander klebenden Körper von selbst. Maria atmete durch: „Was wir gerade erlebt haben, möchte bestimmt keiner selbst durchmachen. Lass uns lieber erst einmal unter die Dusche gehen.“

Das Wasser war angenehm, nicht zu warm, nicht zu kalt. Aus Angst, Maria könnte erneut weiche Knie bekommen, ließen sie das Wasser gemeinsam über ihre Haut wandern. Auch das Einseifen ging so leichter von der Hand. Anschließend legten sie sich unter einen Baum, durch dessen Blätter ein wenig Sonnenlicht kam, und ließen sich von Sonne und einem leichten, warmen Wind trocknen. Die Körbe mit den Erd- und Brombeeren standen daneben und leerten sich. Maria und Jeff überkam Müdigkeit und so schliefen sie für eine Weile ein. 

Jeff erwachte als Erster und nutzte dies, um Maria Zentimeter für Zentimeter zu betrachten: den Verlauf ihrer Wimpern, den leicht gebogenen Nasenrücken, die schmale Ober- und die größere Unterlippe, ein Muttermal in der horizontalen Verlängerung ihres eher kleinen Mundes, ein, zwei graue Haare, ihre Augen – „Hoppla, du bist ja wach.“ Jeff zuckte kurz zusammen, als er sich ertappt fühlte. 

Maria grinste: „Erwischt!“ Danach räkelte sie sich ausgiebig. Im Liegen plauderten die beiden über dies und das.

Maria: „Schau mal da. Die Wolke sieht wie ein Fußball aus.“

Jeff: „Wie ein Fußball?!“

Maria: „Ja. Findest du nicht?“

Jeff: „Schon. Mich wundert nur, dass du nicht einfach einen Ball siehst.“

Maria: „Weil ich eine Frau bin? Hey, ich bin eine Traumfrau. Ich kenne mich mit allem aus, was Männer mögen. Und ich war selbst Trainerin.“

Jeff: „Ah, daher kommen deine Beine. Dann hast du also dafür gesorgt, dass der Kasten sauber gehalten wird, statt etwas zuzulassen.“

Maria: „Ich war nicht so streng. Wenn es passiert ist, dann sollte es halt so sein.“

Jeff: „Ich finde, das Spiel sollte nicht von zu viel Taktik geprägt sein, man sollte den Spielern freie Hand lassen. Klar kann man sich in ein Korsett zwängen, aber mit zunehmender Spieldauer ist Ablegen schon besser.“

Maria: „Hut ab, du wärst sehr willkommen gewesen in Team. Und so, wie du gebaut bist, hätte ich dich wohl als Stoßstürmer genommen. Du bist groß, also kopfballstark, kannst dich trotzdem gut bewegen. Ich habe Manndeckung ganz gern zugelassen, ich hatte schon immer eine Vorliebe für Körpereinsatz. Das Eins gegen Eins, die Zweikämpfe … Man kommt zwar schnell ins Schwitzen und außer Atem, aber was zählt, sind die Abschlüsse. Was ich nie leiden konnte war, wenn Bälle an die Latte knallten. Und was ich nie hatte, waren hängende Spitzen.“

Jeff schaute zu Maria: „Stimmt. Viel zu defensiv. Der Zug zum Tor muss schon deutlich sein, den Gegner überrollen, links antäuschen und dann ab in die Mitte, Treffer, Jubel. Davon haben auch die Zuschauer viel mehr.“

Die Wolke, die wie ein Fußball aussah, hatte sich inzwischen gen Westen verabschiedet, während im Osten eine dunkle Wand aufzog. Maria wurde hektisch, als sie dies sah: „Komm bitte schnell mit ins Schloss.“ Als ein erster Blitz über den Horizont zuckte, lief sie noch schneller. 

„Hast du Angst vor Gewittern?“

„Angst ist gar kein Ausdruck. Ich habe mir extra einen kleinen Raum eingerichtet, wohin ich mich zurückziehe, wenn es blitzt und donnert. Er ist eigentlich nur für einen gebaut, aber ich hätte dich schon gern bei mir.“

„Kein Problem. Wir können uns ja erstmal wieder anziehen und …“ Plötzlich krachte es heftig, ein weißer Strahl sauste an Jeffs Schloss den Blitzableiter entlang. Marias Finger krallten sich heftig in Jeffs Arm: „Schnell, komm!“ 

Fürs Anziehen blieb keine Zeit. Der Raum befand sich im Keller – und er war wirklich klein. Ein Stuhl stand darin, die Wände waren dick mit Stoff versehen. Dieser dämpfte jegliches Geräusch von außen, aber auch die Stimmen darin. Wenn Maria allein hier Ruhe vor Gewittern suchte, hatte sie eine Kerze bei sich. Doch zu zweit erschien es mit den Stoffen zu gefährlich. Selbst der Stuhl musste weichen, damit Maria und Jeff stehend Platz hatten. Als sie die Tür hinter sich schlossen, herrschten absolute Dunkelheit und Stille. 

Marias Atem ging zunächst noch schnell, was Jeff sowohl hören als auch auf seiner Brust spüren konnte. Beruhigend streichelte er mit der rechten Hand über Marias Rücken – ihn zu finden war nicht so einfach und es gelang erst nach einigen Fehlversuchen, bei denen seine Hand zur Orientierung tasten musste. Mit leiser, tiefer Stimme sprach er zwei, drei Mal: „Schon gut.“ Hier, wo keinerlei andere Geräusche zu vernehmen waren und der Seh-Sinn ausgeschaltet war, brauchte es keine lauten Worte, um intensiver wirken zu können als sonst. Die Atmosphäre glich der eines Traumes: Die Handlung ist konzentrierter, ohne ablenkende Eindrücke. Kein nebensächlicher Luftzug auf der Haut oder in den Haaren, kein bellender Hund, kein Kribbeln in der Nase, die Bilder zur Dunkelheit entstehen einzig im Kopf. Dies alles schafft Raum, so dass sich die wenigen verbleibenden Eindrücke voll entfalten können. 

Maria kam zur Ruhe und entspannte sich. Jede kleine Veränderung der Haltung führte zu einer kurzen Berührung der nackten Körper an unterschiedlichen Stellen. Gesprochen wurde wenig, leise, leicht verlegen, richtige Sätze kamen selten zustande:

„Oh.“

„Ist okay.“

„War das dein …“

„Genau.“

„Oh, das war jetzt meine Hand.“

„Dacht´ ich mir.“

„Okay.“

„Das war jetzt Absicht.“

„Hey, nicht so frech.“

„Ich meinte keine Absicht.“

„Ach so.“

„Was machst du jetzt?“

„Ich dreh dir den Rücken zu.“

„Stimmt, das ist dein Rücken.“

„Nein, das gehört nicht dazu.“

„Moment … Hmm, ich bin mir ziemlich sicher.“

„Ganz kalt.“

„Finde ich nicht.“

„So so.“

„Ja.“

„Dann such´ nur weiter.“

„Bin dabei.“

„Jetzt wird’s heiß.“

„Danke für den Tipp.“

„Ich habe zu danken.“

„Wow.“

„Was spannendes gefunden?“

„Fühlt sich zumindest so an.“

„Ich sollte es auch mal versuchen.“

„Wow, nicht schlecht für einen blinden Griff.“

„Ich würde sagen: Jackpot.“

„Dann lass den Preis bloß nicht wieder los.“

„Hab ich nicht vor.“

„Schön.“

So lenkten sich Maria und Jeff noch eine ganze Weile ab. Das Unwetter hatte sich schon länger verzogen, als die beiden den winzigen Raum wieder verließen. 

„Was ist da drin?“ Jeff deutete beim Gang durch den Keller auf eine weitere Tür.

„Du kannst gern einen Blick darauf werfen.“ Maria drehte den Schlüssel um und öffnete die massive Tür. Dann nahm sie die Kerze, welche für den dunklen Raum bereitgestanden hatte, entzündete den Docht und trat in das Gewölbe. Maria brannte darin zwei weitere Kerzen an. Die Wände waren überwiegend mit Hölzern verkleidet, die im schwachen Licht der Kerzen warm wirkten. Der erste halbe Meter über dem Boden zeigte aber das eigentliche, steinerne Mauerwerk, welches feucht glänzte und einen kühlen Kontrast zum Holz bildete. Die Decke war nicht allzu hoch, Jeff konnte sie locker mit seinen Armen erreichen. 

„Was soll das denn sein?!“ Jeff trat an etwas heran, was mitten im Raum stand und von den drei Kerzen nur wenig erhellt wurde.

„Ich dachte, du kannst es mir verraten. Als ich mein Luftschloss bezog, war dies schon da, aber ich wusste nicht, was ich damit anfangen kann. Man kann sich zwar drauflegen, aber auf Dauer wäre es wohl zu unbequem, trotz dieser beiden Lederpolster.“ Maria trat an die seltsame Liege heran, drückte auf die Kissen und setzte sich. Jeff nahm sich eine der Kerzen und umrundete langsam das rätselhafte Möbelstück: „Wenn du mal dicke Seile brauchst, hast du hier auf jeden Fall Nachschub. Aber die Knoten wirken so, als gingen sie schwer auf.“

Er verfolgte den Verlauf der Seile. Alle vier mündeten in einem Holzkasten unter der Bank. Zog man an einem der Seile mit beiden Händen und ließ es wieder los, kam aus dem Kasten ein dumpfes Geräusch, als würde ein schwerer Stein aufschlagen. Mit einer Hand ließen sich die Seile nur mit sehr viel Kraft von Jeff bewegen. Maria fuhr mit ihrem linken Arm in eine der Schlaufen, wobei Jeff das Seil noch festhielt. Langsam ließ er es locker. Maria, die zunächst noch auf der Bank saß mit dem Sitzbrett zwischen den Beinen, wurde dadurch nach vorn und unten gezogen. Ihr Gesicht fand in einer Aussparung im Brett Platz. 

„Moment, ich befreie dich.“ Jeff wollte das Seil nach oben ziehen und die Schlinge öffnen, doch Maria stoppte ihn: „Ich sehe hier glaube unter mir etwas. Es kommt ein wenig Licht in den Kasten. Da gibt es Rollen, über die die Seile laufen. Kannst du mir das andere Seil hier vorn um das rechte Handgelenk legen? Mal sehen, was dann passiert.“

Jeff zog kräftig und tat, was Maria wollte: „Hmm, da tut sich nicht viel. Aber wozu sollte dies alles von Nutzen sein? Die zwei Steine schweben jetzt. Vielleicht müssen die anderen beiden auch noch hoch? Sie drücken möglicherweise auf eine Platte, die eine geheime Tür zu einem dunklen Geheimnis öffnet.“ Maria lächelte dabei. 

Jeff ging zur anderen Seite der Bank und legte die verbliebenen Fesseln um Marias Beine: „Und? Passiert bei dir da unten was?“

„Nein. Und du hättest die Seile eigentlich auch einfach hochziehen können.“

„Stimmt, hätte ich wirklich machen können.“

„Und jetzt?“

„Pssst. Ich versuche zu hören, ob sich eine Tür öffnet.“

Beide waren ganz still. Aber es gab keinerlei Geräusch. Jeff trat mit der Kerze in der Hand erneut an dieses Mysterium. Er entdeckte Scharniere, durch welche sich an Kopf- und Fußteil Bretter auseinander schieben ließen. Dies tat Jeff auch: „Von oben betrachtet siehst du nun aus wie ein X.“ 

Maria: „Aber es hat sich wieder nichts getan.“

Jeff kniete sich zu Maria. Durch ihre nun weit auseinander gestreckten Arme konnte er sich direkt vor ihrem Kopf platzieren. Sie hob ihr Haupt und sah Jeff an: „Hast du einen Plan, was wir jetzt machen?“

Jeff grübelte: „So etwas baut man doch nicht aus Spaß an der Freude?!“ Zu Marias Verblüffung führte er kurz darauf ganz wie nebenbei eine Erdbeere zu seinem Mund.

„Du hast noch welche?!“

„Ja. Schau.“ Er hielt Maria die Schale vor die Augen.

„Das ist gemein!“

„Pssst. Wir müssen doch hören.“

„Nichts „Pssst.“

Jeff nahm sich eine weitere Frucht heraus und genoss sie sichtlich: „Ich muss mich doch stärken, wenn ich dich aus dieser Lage befreien soll.“

Maria schüttelte nur leicht grinsend den Kopf, spitzte die Lippen.

„Ich bin ja nicht so.“ Jeff führte eine große Erdbeere zu Marias Mund: „Riecht sie nicht wunderbar?“ Doch als Maria ihre Lippen öffnete, zog Jeff seine rote Verlockung weg. Daraufhin presste Maria ihre Lippen bockig zusammen, streckte kurz ihre Zunge raus.

Plötzlich stand Jeff wortlos auf und verschwand durch die Tür. Maria hörte nur, wie das Schloss klickte, sie konnte ihren Kopf nicht so weit drehen, um die Tür sehen zu können. Sie rief noch ein „Hey!“ hinterher, doch Jeffs Schritte entfernten sich eilig.

So lag Maria nun nackt im spartanischen Kerzenlicht auf dieser Bank, Stille um sie herum. Zwar versuchte sie sich aus den Seilen zu befreien, doch durch die weit gespreizten Arme und Beine konnte sie nicht ausrichten. Die Glieder bekam sie immer nur für ein paar Zentimeter nach oben oder an sich heran. Immerhin war es warm genug, dass sie nicht fror. Hatte Jeff etwas gehört? 

Minute um Minute verging. Plötzlich ging die Tür auf, ohne dass zuvor Schritte zu hören waren. „Jeff?“, fragte Maria nach hinten. Eigentlich konnte es niemand anderes sein, es gab keine anderen Traummänner und -frauen in der Umgebung. Trotzdem blieb bei Maria ein Hauch von Ungewissheit. Die Tür schloss sich – dann blieb es still. „Beobachtest du mich?“ Keine Reaktion. War er überhaupt im Raum? Ein kurzer Luftzug schlich an Marias Nase entlang – mit Jeffs Duft. Maria atmete durch. Nun hörte sie leise Schritte, die sich ihr näherten. 

„Ich bin ja nicht so.“ Wieder kniete sich Jeff vor Marias Kopf. „Ich wollte dir das Geschmacksvergnügen nur etwas vergrößern.“ Er holte einen Teller hervor mit Früchten, die sich in Marias Garten finden ließen, und mit einem großen Klecks Sahne. Marias Augen leuchteten – und schlossen sich, wenn Jeff ihr eine in Sahne getauchte Brombeere zunächst an den Lippen vorbei führte und sie dann auf ihrer Zunge ablegte. 

„Ich lasse dich nicht ganz uneigennützig naschen“, sagte Jeff, nachdem Maria einen großen Teil der süßen Mahlzeit in sich hatte. Sie schaute ihn fragend an. „Ich habe hier ein hartes Stück Holz. Als ich die Leisten auseinander schob, auf denen deine Beine liegen, habe ich etwas gesehen, was vielleicht des Rätsels Lösung ist. Ich denke, wenn ich diesen Pfahl dort hinein drücke, könnte etwas passieren.“

„Ich kann es kaum erwarten. Vielleicht musst du mit dem harten Ding da einen bestimmten Punkt treffen und dann gibt es eine Explosion, die wir zusammen spüren.“

„Ein wenig rot sah das, was ich da zwischen deinen Beinen gesehen hatte, aus. Es könnte schon etwas mit Explosion oder Feuerwerk zu tun haben. Hauptsache, dein Schloss stürzt nicht dabei ein.“

„Keine Sorge, das hält was aus. Und nun los.“

Jeff stand auf, ging ans andere Ende der rätselhaften Bank. Bevor er sich ans Werk machte, streifte er mit dem Stück Hartholz über Marias Haut. Die Muskeln in Beinen und Gesäß reagierten sichtlich. Dann wischte Jeff über Marias Rücken.

„Was machst du?“

„Mir war so, als wäre da etwas. Bei dem wenigen Licht ist es schwer zu sagen.“

„Hmm, mach bitte weiter, du könntest recht haben.“

Jeffs Hände wanderten über Marias Rücken, teils dirigierte sie ihn, aber meist schien er genau zu wissen, wo es bei Maria gerade kribbelte. Wie nah genau er am jeweiligen Punkt war, sah Jeff daran, ob und wie stark Maria an den Seilen zog, sich ihre Hände zu Fäusten ballten, sich hier Kopf hob, die Muskeln auf dem Rücken sich anspannten. Selbst seine Abstecher an den Hals und ein Durchfahren von Marias Haaren mit ausgebreiteten Fingern zeigte Reaktionen. Worte kamen nicht mehr über ihre Lippen. Jeff ließ sich Zeit. Viel Zeit. Dann ließ er sein Holz in die Öffnung zwischen Marias Beinen gleiten, wartete auf eine Reaktion, zog den Pfahl ein Stück heraus, um fester zuzustoßen. Weitere Versuche mit unterschiedlicher Härte und Rhythmus folgten. Die Bank vollzog jeden Stoß ein wenig mit, so dass auch Marias Körper in Schwingung geriet. Deshalb spannte sie Arme und Beine fester an, was sich in Schweißtropfen am Rücken niederschlug. Jeff glaubte fest daran, dass es nur eine Frage der Zeit sei, wann es eine Erlösung vom Ungewissen gäbe. Wieder und wieder rutschte der runde Stab rein und raus, Mit der Zeit wartete Jeff nicht mehr auf Reaktionen. Lange könnte Maria auch nicht mehr durchhalten, ihre Atmung war hörbar beschleunigt, ihr Körper kämpfte, um Halt zu finden, ihr Rücken, ihre Beine und Arme glänzten vor Schweiß im fahlen Licht der drei Kerzen. Auch von Jeffs Stirn tropfte es inzwischen, auch er atmete intensiver. Und plötzlich durchfuhr es beide Körper. Die Muskeln an Marias Beinen vibrierten zunächst völlig willkürlich, dann wurde ihr Körper kurzzeitig steif, einige Muskeln vollzogen weiter ein Eigenleben. Auch Jeff hatte mit Versteifungen zu kämpfen, die sich nur langsam lösten. Die Energien, die sich in diesem Moment freisetzten, glichen einer Explosion, jedoch war kein Donner zu hören. Dies musste das Geheimnis dieses seltsamen Gerätes gewesen sein.

Nachdem beide wieder zu Atem gekommen waren, befreite Jeff zunächst Marias Füße von den Seilen, dann ging er zum Kopfende, um auch die Arme aus dem fesselnden Griff zu lösen. Maria richtete sich langsam auf, nahm sich den Teller mit den noch vorhandenen Früchten und aß ihn ab: „So richtig verstanden habe ich dieses Teil immer noch nicht. Lass es uns morgen noch einmal versuchen.“

Gemeinsam verließen sie den Keller und suchten sich im Erdgeschoss ihre Sachen. Nachdem sie sich angezogen hatten, setzten sie sich in die Abendsonne und ließen diesen aufregenden Tag ausklingen. In der lauen, sternenklaren Nacht bei einem wunderbaren Vollmond passierte absolut nichts.

Am nächsten Tag machte sich Jeff einen Muntermacher-Kaffee. Maria, die länger schlief, überraschte er mit einer Morgen-Latte. Auch ein großes Baguette wurde in den Ofen von Maria geschoben, dazu gab es zwei Eier. Gerade als die beiden mit diesem leckeren Frühstück zum Ende kamen, näherte sich ein Pferd dem Schloss. Maria sprang freudig erregt auf und lief hinaus, Jeff folgte.

„Da bist du ja wieder“, begrüßte Maria den Besucher. „Er taucht hin und wieder hier auf.“

„Hast du ihm einen Namen gegeben?“

„Ja, aber du darfst nicht lachen oder mir böse sein.“

Jeff schaute mit großen Augen: „Wieso sollte ich?!“

„Ich habe dich immer so vermisst und nannte deshalb diesen Hengst Jeff.“

Der Namenspate machte nun noch größere Augen: „In Ordnung. An den Gedanken muss ich mich zwar noch etwas gewöhnen, aber es ist ja auch ein Kompliment.“

„Ich habe wahnsinnige Lust zu Reiten. Warte kurz.“

Maria verschwand und kam mit Zaumzeug zurück. Sie legte es Jeff über den Kopf an und schwang sich auf ihn. Dann fuhr sie mit ihren Händen über die Hüfte zum Schweif, streichelte die Schenkel, widmete sich den muskulösen Schultern sowie dem Hals, schmiegte sich für eine kurze Zeit eng an. Doch plötzlich richtete sich ihr Oberkörper auf und sie gab Jeff die Sporen. Er bäumte sich ebenso auf und tat, was seine Herrin von ihm wollte. Diese zückte hin und wieder eine Peitsche und zeigte sich völlig verwandelt. Sie ritt auf Jeff, als gäbe es keinen Morgen, genoss es, die Richtung vorzugeben. Marias Hüfte bewegte sich schnell auf und ab, ihr Becken kreiste – Jeff konnte dieses Tempo gut mitgehen. Zwischendurch knotete sie ihre zunächst wild flatternden Haare streng nach hinten, um anschließend die Gangart noch etwas stärker anziehen zu können. Jeffs Haut begann zu glänzen, die heftigen Atemstöße pfiffen durch die Nase. Teils schien es, er wolle Maria abwerfen, so drückte er bald selbst seine Hüfte ihr entgegen. Doch Maria gefiel dies, sie legte sich auf Jeff, umklammerte ihn fest und verschmolz mit diesem kraftvollen Hengst. Und erst nach einem riesigen Sprung kamen sie langsam wieder zum Stillstand. Erschöpft, aber sichtlich glücklich stieg Maria von Jeff.

„Na, wie war ich?“

„Ich habe noch nie eine Frau so reiten sehen wie dich. In dir steckt noch mehr, als ich dachte.“ 

Wie es sich für einen Traummann gehört, besaß Jeff sein eigenes weißes Pferd. Begleitet von Maria und ihrem Hengst, holte Jeff es aus dem Stall hinter seinem Luftschloss und sie ritten Seite an Seite durch die traumhafte Landschaft. Auf einer Anhöhe blieben sie stehen und blickten andächtig in die Ferne.

„Was für wundervolle Hügel“, geriet Jeff ins Schwärmen, „Die beiden schmiegen sich nebeneinander, nur ein schmaler Pfad führt durch sie.“

„Und da! Kannst du den mächtigen Turm sehen?“ Maria streckte ihren rechten Arm aus. „Seine Spitze taucht gerade in eine weiche Wolke ein. Die Feuchtigkeit schlägt sich sicher auf ihr nieder.“

Gebannt sahen Maria und Jeff zu, wie die Kuppe des Monuments immer wieder in einer Wolke verschwand und aus ihr wieder auftauchte. Nach einer Weile boten auch die beiden Hügel Sehenswertes. Abziehender Nebel gab neue Details frei. Jeff: „Da erhebt sich je ein kleines Türmchen auf den Hügeln. Und dieser Busch einige Meilen südlich glänzt feucht im Sonnenlicht.“

Maria folgte Jeffs Fingern mit ihren Blicken, dann sah sie wieder in Richtung des riesigen Turms und staunte mit offenem Mund. Durch die Wärme der Sonne stiegen nun von ihm selbst weiße Wolken auf. 

Maria und Jeff entschlossen sich, an dieser Stelle zu verweilen und den majestätischen Zauber von Mutter Natur bis zum Abend zu verfolgen. Nachdem die Sonne unterging, seufzte Maria: „Weshalb konnten wir nicht schon viel früher zusammen kommen? Es ist so traumhaft mit dir. Und weißt du, was das Irrste dabei ist?“

Jeff schaute fragend.

„Wir hatten noch nicht ein einziges Mal Sex.“