Ruth&Knut – Mach Dir keinen Hintern um Deinen Kopf

Ruth&Knut – Mach Dir keinen Hintern um Deinen Kopf

Wir sind nicht die fantastischen Vier, auch nicht die glorreichen Sieben. Wir sind keine Superhelden – nie würden wir uns etwas anziehen, nur damit wir ein gelbes S auf unserer Brust tragen könnten! Wir sind zwei einfache Plastikfiguren – weitab von perfektem Äußeren. Mit guten Augen oder mit der Lupe siehst Du diverse Produktionsrückstände:  Grate und die Linie, an der wir zusammengepresst wurden.

Auch unsere Besitzerin nimmt sich oft – zu oft – unter die Lupe und listet ihre Mängel auf. Das Glück hat sie nicht gepachtet. Könnte sie sich eine Superkraft wünschen, wäre es das Unsichtbarsein. Doch nachdem, was uns zuletzt widerfuhr, gibt es Hoffnung.

Komm mit uns!

Begleite uns auf eine Reise, die Dir in Erinnerung bleiben wird.  Leg Dich mit uns in die Sonne und stell Dich an unserer Seite den Stürmen entgegen. Lass uns gemeinsam auf die märchenhafte Leichtigkeit des Seins und den Ernst des Lebens blicken. Wir reißen Wunden auf und kleben nicht einfach ein Pflaster darüber.  In unserer Hausapotheke finden sich keine einfachen Rezepte. Dein Leben passt schließlich auch nicht in einen Satz. Du wirst Dich in unserer Geschichte wiedererkennen, nicht nur an einer Stelle. Erschrick nicht. Was uns so sicher macht? Unser offenes Ohr. Und genau dafür setzen wir uns ein: für offene Ohren, für das Verstehen Deiner „Special effects“, für das Nehmen von Berührungsängsten. Dafür kämpfen wir mit Kopf und Hintern. Wir sind selten angezogen – und hin und wieder ungezogen. Du bist gespannt auf die nackte Wahrheit? Na dann los! Wir freuen uns auf Deine Begleitung.

Titelseite – Das ehrliche Interview

Die nackte Wahrheit – Ein ehrliches Interview

Ruth und Knut, wie würdet ihr euch mit einem Satz beschreiben?

Knut: Wir sind selten ungezogen und noch seltener angezogen.

Wie kamt ihr zu euren Namen?

Ruth: Die haben wir unserer Chefin zu verdanken. Wir wollen ungern spoilern. Nur so viel: Wir sind einfach zum Knut-schen, oder?

Man munkelt, ihr hättet einen sehr besonderen Bekannten?

Knut: Wir sind Amors beste Freunde, in aller Bescheidenheit.

Ruth: Wir trafen ihn und es ging ihm nicht gut. Zu viele gebrochene Herzen.

Wie kamt ihr auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Knut: Wer so süß aussieht wie wir, muss das ausnutzen.

Ruth (lacht): Während unserer Reise flachste Knut, wir sollten unser Abenteuer zu Papier bringen, auch Filmideen geisterten in seinem Kopf. Ich war anfangs skeptisch. Zu verrückt war das, was wir erlebt hatten und ich dachte, dass uns keiner glauben würde.

Knut (streichelt Ruth über die Hand): Sie ist meine Stimme der Vernunft. Ich bin zum verwegenen Helden geboren, der erst handelt und anschließend denkt.

Ruth (lacht erneut): Ja, ein echter Held. Leider kann er kein Blut sehen, was ihn zum gewaltlosen Kampf zwingt.

Knut (flüsternd): Pssst. Mein Image!

Wie genau habt ihr das Buch geschrieben?

Knut (streichelt sich über die Waden und verzieht sein Gesicht): Es war nicht einfach. Wir konnten den Rechner unserer Chefin nachts und während ihrer Arbeitszeit kapern, sind auf der Tastatur auf und ab gesprungen. Ruth übernahm die linke Hälfte bis u, h und b, ich die rechte. Die Leertaste drückte, wer gerade am nächsten dran war. Am schlimmsten war das Wort Pusteblume – was für eine Lauferei …

Oh, wie oft taucht das Wort im Buch auf?

Knut: Dreihundertvierundsechzig Mal. Aber am Ende haben wir es komplett rausgenommen. Die Arbeit am Buch war ein echtes Workout, das mächtig in die Beine ging. Demnächst erscheint ein Fitnessvideo von uns für 9,99 Euro unter dem Titel „Vor-Tasten zur Idealfigur – das A bis Z des Erfolgs“.

Ruth (streichelt Knuts Bäuchlein): Er hat ein bis zwei Millimeter abgenommen und möchte mit dem Video auch anderen Mut machen.

Wenn ihr nicht gerade gebrochene Herzen repariert: Womit vertreibt ihr euch die Zeit?

Knut (grinst frech, wird dann aber wieder „ernst“): Hobbys haben wir keine. Unser Versuch zu stricken ging ins Auge – wortwörtlich. Ich trug deshalb lange eine Klappe und wurde ständig für einen Piraten gehalten. Mit Briefmarkensammeln hätten wir uns leichter getan – das Gewicht der Marken wäre kein Problem für mein breites Kreuz gewesen. Nur wurde unsere Chefin mit Mails groß, also fiel nichts für uns ab.

Ruth: Aber keine Sorge: Langeweile ist in unserem Wörterbuch nicht zu finden – schließlich haben wir uns! Und wir haben unsere Chefin. Ihr Leben bietet genug Unterhaltung, von Komödie bis Drama.

Aber mal im Ernst: Wer ist der Mensch hinter euch?

Knut (dreht sich um): Oh, das ist Ute, unsere Maskenbildnerin.

Ruth (lacht kurz): Tut mir leid, er kann einfach nicht ernst sein. In Wirklichkeit heißt sie Sabine.

Könnt ihr mir etwas über eure Reise erzählen?

Knut: Nein.

(Interviewer schaut verdutzt.)

Knut: Oh, Entschuldigung. Ich hatte verstanden Preise. Wir sind zwar für Betriebsfeste und Hochzeiten buchbar, aber darüber sprechen wir ungern.

Ruth: Ja, wir tauchen überraschend auf Hochzeitstorten auf. Die glücklichen Gesichter zu sehen, ist unbezahlbar. Über unsere Reise dürfen wir nicht viel verraten, nur so viel: Sie war verrückt.

Dann verratet mir bitte, in welche Kategorie euer Buch einzuordnen ist.

Ruth: Schwer zu sagen. Wir widmen unser Buch gerade all jenen, die nicht in eine Schublade einzuordnen sind, zumindest nicht nach einem flüchtigen Blick. Klar, man könnte diese menschlichen Wesen fix in die Kategorie „seltsam“ packen und der Fall ist erledigt. Aber keiner ist freiwillig seltsam, es gibt immer einen Grund. Und wenn unbedingt das Einordnen in Schubladen sein muss, dann sollte man diesen Menschen erst einmal zuhören und kann dann eine neue schaffen. In unserem Buch geht es um das Suchen&Finden, um Starke&Schwache, um Hürden im Leben – und natürlich um die Liebe.

Was ist euer größter Traum?

Ruth: Ein Haus am See.

Ruth und Knut mit Haus am See
Ein Traum.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Ruth: Wir wollen unsere Chefin glücklich sehen. Nicht nur für einen Moment. Dafür werden wir unser letztes Hemd geben.

Knut (zuckt zusammen): Oh je, ich bin nackt?! (Er rennt aus dem Raum mit dem Ruf „Kauft unser Buch!“ und wurde seitdem nicht mehr gesehen.)

Titelseite – Von der Idee zum Kapitel

Wie kommt ihr nur auf solche Ideen?!

Ehrliche Antwort? Hin und wieder lautet sie: „Keine Ahnung.“

Liest man ganz alte, eigene Texte, dann staunt man gern über sich selbst: „DAS habe ich geschrieben?!“ Das geht Dir sicher manchmal genauso, ob Du gerade im Tagebuch in alten Zeiten abtauchst, Briefe aus der Schublade holst oder in die Jahre gekommene Chats liest. Du staunst über Deinen Mut, Deine Offenheit, Deine Schlitzohrigkeit, ärgerst Dich, dies und das nicht geschrieben zu haben. Auch an einem Buch könnte man ewig feilen, aber bevor unsere Waden zu platzen drohten, erklärten wir es für fertig. Hier geben wir Dir einen Einblick, wie dieses oder jenes Kapitel entstand. Beginnen wir mit dem „Draufgänger“.

Umfallen oder sich fallen lassen?

„Der Draufgänger“ – von Starken und Schwachen

Sie & Er

Ein Freund von uns, dessen Selbstbewusstsein erst mit 40 so langsam Fahrt aufnahm, lernte eine Frau kennen, die vor Selbstvertrauen scheinbar nur so strotzte. Während er im Restaurant die Fliege in der Suppe stillschweigend unter „Kann ja mal passieren“ erduldete, konnte sie sich problemlos über ein Körnchen zu viel Salz beim Kellner beschweren. Er beneidete sie zum Teil um diese Art, sich nicht andauernd verstecken zu wollen, den Mund aufzumachen, um diese Stärke. Und er beneidete sie um ihre Kindheit und Jugend. Alles lief so glatt, warm, herzlich: Ihre Eltern nahmen sie mit zum Golf und anderem Sport, erklärten ihr Bäume und Tiere, trugen sie auf Händen. Bei ihm lief dies alles anders: Er ging in den Familienkämpfen unter. Sein Vater erklärte nichts, denn er war der Meinung:

„Entweder man kann es oder man kann es nicht.“

Wenig aufbauende Worte eines Vaters

Auch als Erwachsene schien sie die Sonne gepachtet zu haben und er ließ kein Unwetter aus. Er gönnte ihr das alles, hätte ihre Stärke selbst von Kindesbeinen auf haben wollen. Mit Selbstbewusstsein gehst du nicht möglichst allen Widerständen aus dem Weg, traust dich was.

Ruth und Knut in Muschelschale
Dem Schicksal vertrauen können – kannst Du es?

Stark & Schwach

Sie war stark, er war schwach. So fasste er es in seinem Kopf zusammen. Er wäre mit ihr ohne Zögern auf Weltreise gegangen, denn sie hätte überall den Mund aufbekommen, wenn sie aufgehalten worden wären. Er hätte stattdessen 10 km Umweg zu Fuß in Kauf genommen, um der Situation zu entgehen.

Je länger sie sich aber unterhielten, merkte er, dass sie schwer mit „Stürmen“ umgehen konnte. Sie schien unsicher, wie sie auf Schicksalsschläge anderer reagieren sollte, wie sie sich ihnen gegenüber richtig verhalten „müsse“. Also mied sie diese Situationen lieber, während er ganz selbstverständlich anderen in Sturm Geratenen Halt bieten konnte. Auf diesem Gebiet hatte er reichlich eigene Erfahrungen gesammelt. Er wusste, wie es sich im Meer der Tränen anfühlt. Aus seiner Schwäche zog er Stärke. Ihre Stärke konnte zur Schwäche werden.

Sonne & Sturm

Es gibt viele dieser Menschen, die blass um die Nasen aussehen, aber in bestimmten Situationen stärker sind als die scheinbar Starken. Für sie entstand „Der Draufgänger“ als Kurzgeschichte. Diese Wesen sind für andere da, geben Halt, ohne Erwartung auf Belohnung. Sie machen keinen großen Wirbel darum und sind sich meist gar nicht bewusst, wie wichtig sie sind, wie stark. Auf das immer wiederkehrende Training, im Sturm bestehen zu können/müssen, hätten sie alle gern verzichtet und gegen einen Ausflug bei strahlend blauem Himmel eingetauscht. So bleibt ihnen nur, nach der Sonne Ausschau zu halten und den Kurs zu ändern, wenn sie es selbst in der Hand haben. Oder jemandem zu begegnen, mit dem man gemeinsam das Schiff lenkt.

Titel – Jetzt mal im Ernst

Dein Leben passt nicht in einen Satz, auch wenn man es Dir nicht ansieht.

Und wie es IN Dir ausschaut, wissen ein, zwei Freundinnen. Wenn überhaupt. Ein Schneckenhaus ist Dein Lieblingsort, auch wenn Deine Art von manchen als arrogant wahrgenommen wird. Immer wieder gehst Du hart mit Dir ins Gericht, hin und wieder jagt das Todesurteil durch Deinen Kopf. Die Vergangenheit hat Dir die Gleise fest in den Boden gebrannt und Du kommst nicht von ihnen runter. Wer soll Dich verstehen, wenn Du es selbst kaum kannst? Einen Ausweg gibt es. Damit wären all Deine Probleme auf einmal gelöst. Mit „Selbst“ fängt es an. Mit „Bewusstsein“ geht es weiter.

Wenn das nur so einfach wäre …

Titelseite – Das Buch

Geschafft!

Ja, wir sind geschafft: Über 2 Millionen Mal sind wir auf den Buchstaben der Tastatur auf und ab gesprungen – das gibt ordentlich Muskeln in den Waden und hin und wieder brauchten wir das Sauerstoffzelt. Aber nun ist es vollbracht:  Unsere Trilogie ist fertig! Wir wären wirklich happy, wenn sich jeder einzelne Sprung gelohnt hat und Du Dich gut unterhalten fühlst. Und noch glücklicher wären wir, wenn Du Dich ebenso gut verstanden fühlen wirst.

Wieder ist sie hingefallen. Wieder könnte sie aufstehen und die Krone richten. Doch an seiner Seite lernt sie einen neuen Weg zu gehen.

Komm mit auf eine Reise, die Dich zu Dir selbst führen wird!

Die erste Seite

„Ruth, hörst du das?“
„Ja. Ich glaube, sie weint.“
„Schon wieder … Und sicher wegen ihm …“
„Fürchte ich auch.“
„Lass es bitte zum wirklich letzten Mal sein. Nicht noch eine neue Chance.“
„Sie hat einfach an ihn geglaubt.“
„Ja, und er hat ihr zum tausendsten Mal misstraut.“
„Pssst. Ihr Handy klingelt.“

„Sie geht nicht ran.“
„Kann ihr keiner verdenken …“
„So ein Theater …“
„… das sie nicht verdient hat.“
„Der rote Faden ihres Lebens. Jede tiefe Pfütze nimmt sie mit, egal, wie sonnig es ist.“
„Und das Glück umgeht sie gekonnt.“
„Es können doch nicht ALLE Typen beknackt sein?!“
„Zumindest geben sie sich die größte Mühe.“
„Nur noch Idioten …“
„Pssst. Es klingelt wieder.“

Aus der Reise durch die fantastische Welt

„Die Sonne erwachte aus ihrem Schlaf, schlug die Decke zurück, stieg ganz langsam aus dem Meer und gab dem kleinen Küstendorf seine Farben zurück und auch sein Leben. Aus den ersten Holzhäuschen stieg Rauch auf, erste Türen öffneten sich, die ersten, noch verschlafen-leisen „Guten Morgen, Nachbar“ waren beim genauen Hinhören zu vernehmen. Je mehr sich die Sonne rekelte, streckte und aufrichtete, desto mehr Rauch, offene Türen und lautere Begrüßungen gab es. Schon bald herrschte im Dorf reges Treiben.
Ruth, Knut und Trauthold schliefen lange. Die Überfahrt hatte ordentlich an ihren Kräften gezehrt. Keiner auf der Insel hatte bisher Notiz von ihnen genommen. Als sie sich unter das Volk mischten, zogen vor allem die nackten Wesen Blicke auf sich. Dem ein oder anderen Kind wurden die Augen zugehalten, Frauen stießen Männern in die Seite, genauso wie Männer Frauen „zur Ordnung“ baten: „Klotz´ nicht so!“ Zum ersten Mal auf ihrer Reise nahmen Wesen Anstoß daran, dass kein Fetzen Stoff die Körper der plastischen Zwei bedeckte. Scham kannten die Begutachteten dennoch nicht. Für Ruth und Knut war es das Selbstverständlichste der Welt.“

Die erste Seite

„Ciao. Ciao?!“
Sie lachte: „Hallo. Konnte ich dich also doch noch rauslocken.“
„Letzte Woche hattest du mich echt überrascht. Aber ein zweites Mal lasse ich das Mädchen unter der Laterne nicht einfach stehen.“
„Das klang kindisch, oder?“
„Es war ganz schrecklich gemein von dir. Hättest du geschrieben FRAU unter der Laterne hätte ich dich wieder stehen lassen. Aber das Mädchen rüttelt ganz böse den Beschützerinstinkt aus seinem Schlaf und der weiße Ritter stürmt los, auch bei Null Grad und zur finsteren Abendstunde. Ein Mädchen lässt Mann nicht allein durch den Wald laufen. Dabei hatte ich meine Rüstung schon abgelegt und es mir mit einem Kamillentee vor dem Kamin bequem gemacht.“
„Oh, tut mir leid. Du hättest auch wieder Nein sagen können.“
„Ich kann so schlecht Nein sagen, da bin ich furchtbar mies drin.“
„Sag das bloß keiner Frau, die nutzt das am Ende aus.“

Aus der Reise durch die fantastische Welt

„Ruth zog die oberste Schublade langsam heraus. In deren messingfarbene Frontplatte zeigten sich die Ziffern „1862“ eingekerbt. Neugierig hingen die Köpfe der zwei Entdecker über dem Fach.
„Oh, ein goldener Kreisel“, flüsterte Ruth.
Mit zwei Fingern fuhr sie über ihn und entfernte dabei den Film aus Staub.
Plötzlich begann der Kreisel zu husten und fragte: „Bällchen, bist du es?!“
Die Köpfe der plastischen Zwei richteten sich schlagartig mit riesigen Augen aufeinander und dann wieder auf den Kreisel.
„Ich kann nichts sehen, es ist so hell“, klagte der Kreisel.
Knut schob langsam seine Hand zwischen das Spielzeug und das Sonnenlicht und glaubte selbst nicht, was er tat. Er schützte einen sprechenden Kreisel vor der Sonne?! Mit sprechenden Fröschen, Füchsen und Tauben muss man rechnen, wenn man sich in eine Märchenwelt begibt. Doch dies hier erschien den beiden reichlich seltsam.“

Die erste Seite

„Ich hasse dich!
Ich HASSE dich!
ICH hasse dich!
Ich hasse DICH!“

Knut öffnete die Augen und sah verträumt zur wachen Ruth. Träge folgte er ihrem Blick und landete bei ihrer Chefin: „Wieso schaut sie mitten in der Nacht in den Spiegel und macht Sprechübungen?! Geht sie nach Hollywood?! Hab ich was verpasst?! Wenn ja, sollte sie die erste Version nehmen, klingt nicht so melodramatisch. Für den Oscar wirds kaum reichen.“
Ruth blieb stumm, sah weiter zu, zwischen den Augen zeigten sich sorgenvolle Falten. Ihre Chefin blieb vor dem Spiegel stehen, nun schweigend. Dann fiel ihr Kopf auf die Brust, so verharrte sie für etliche Sekunden. Zu hören war nur, wie sie kurz die Nase hochzog. Als sie sich aufrichtete, sahen die beiden feuchte Wangen, bevor das Licht ausging. Sie ging zurück ins Bett, zog ihre Decke bis zum Hals, wurde von Frösteln geschüttelt. Die Nase lief noch immer.

Aus der Reise durch die fantastische Welt

„Am nächsten Morgen schleppte sich Ruth ans Ufer, ließ sich nieder, blickte auf den See, zum Horizont, drehte sich nach hinten und blickte nach oben. Die Ballerina zeigte sich im Profil, anmutig und verletzlich, unverändert starr. Ruths Augen folgten langsam den Armen bis zu den Händen. An diesen blieb ihr Blick kleben. Immer wieder atmete sie hörbar durch die Nase aus. Die Gedanken an Knut hatten sich zur Ruhe gelegt und waren einer bleiernen Müdigkeit gewichen. Kurzzeitig flackerten Erinnerungen auf an die düsteren Zeiten ihrer einstigen Chefin, wie sie stundenlang im dunklen Zimmer lag und an die Decke starrte. Fühlte sie sich damals genauso? Wenn ja: Wie konnte sie dies über Wochen, Monate und Jahre ertragen und dennoch wieder aufstehen?
Sternchen und Biene schauten wie jeden Tag vorbei. Ihre Besuche hatten sich allmählich verkürzt. Sie waren ratlos, wie sie Ruth, die immer wortkarger geworden war, helfen konnten. So befolgten sie den Rat der beiden Bauern, ihr Raum zu lassen für ihre Erholung, ihre Trauer, fürs Vergessen.“

Einen Einblick, worum es uns geht, bekommst Du in der Abteilung „Jetzt mal im Ernst“.

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