Das ehrliche Interview

Die nackte Wahrheit – Ein ehrliches Interview

Ruth und Knut, wie würdet ihr euch mit einem Satz beschreiben?

Knut: Wir sind selten ungezogen und noch seltener angezogen.

Wie kamt ihr zu euren Namen?

Ruth: Die haben wir unserer Chefin zu verdanken. Wir wollen ungern spoilern. Nur so viel: Wir sind einfach zum Knut-schen, oder?

Man munkelt, ihr hättet einen sehr besonderen Bekannten?

Knut: Wir sind Amors beste Freunde, in aller Bescheidenheit.

Ruth: Wir trafen ihn und es ging ihm nicht gut. Zu viele gebrochene Herzen.

Wie kamt ihr auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Knut: Wer so süß aussieht wie wir, muss das ausnutzen.

Ruth (lacht): Während unserer Reise flachste Knut, wir sollten unser Abenteuer zu Papier bringen, auch Filmideen geisterten in seinem Kopf. Ich war anfangs skeptisch. Zu verrückt war das, was wir erlebt hatten und ich dachte, dass uns keiner glauben würde.

Knut (streichelt Ruth über die Hand): Sie ist meine Stimme der Vernunft. Ich bin zum verwegenen Helden geboren, der erst handelt und anschließend denkt.

Ruth (lacht erneut): Ja, ein echter Held. Leider kann er kein Blut sehen, was ihn zum gewaltlosen Kampf zwingt.

Knut (flüsternd): Pssst. Mein Image!

Wie genau habt ihr das Buch geschrieben?

Knut (streichelt sich über die Waden und verzieht sein Gesicht): Es war nicht einfach. Wir konnten den Rechner unserer Chefin nachts und während ihrer Arbeitszeit kapern, sind auf der Tastatur auf und ab gesprungen. Ruth übernahm die linke Hälfte bis u, h und b, ich die rechte. Die Leertaste drückte, wer gerade am nächsten dran war. Am schlimmsten war das Wort Pusteblume – was für eine Lauferei …

Oh, wie oft taucht das Wort im Buch auf?

Knut: Dreihundertvierundsechzig Mal. Aber am Ende haben wir es komplett rausgenommen. Die Arbeit am Buch war ein echtes Workout, das mächtig in die Beine ging. Demnächst erscheint ein Fitnessvideo von uns für 9,99 Euro unter dem Titel „Vor-Tasten zur Idealfigur – das A bis Z des Erfolgs“.

Ruth (streichelt Knuts Bäuchlein): Er hat ein bis zwei Millimeter abgenommen und möchte mit dem Video auch anderen Mut machen.

Wenn ihr nicht gerade gebrochene Herzen repariert: Womit vertreibt ihr euch die Zeit?

Knut (grinst frech, wird dann aber wieder „ernst“): Hobbys haben wir keine. Unser Versuch zu stricken ging ins Auge – wortwörtlich. Ich trug deshalb lange eine Klappe und wurde ständig für einen Piraten gehalten. Mit Briefmarkensammeln hätten wir uns leichter getan – das Gewicht der Marken wäre kein Problem für mein breites Kreuz gewesen. Nur wurde unsere Chefin mit Mails groß, also fiel nichts für uns ab.

Ruth: Aber keine Sorge: Langeweile ist in unserem Wörterbuch nicht zu finden – schließlich haben wir uns! Und wir haben unsere Chefin. Ihr Leben bietet genug Unterhaltung, von Komödie bis Drama.

Aber mal im Ernst: Wer ist der Mensch hinter euch?

Knut (dreht sich um): Oh, das ist Ute, unsere Maskenbildnerin.

Ruth (lacht kurz): Tut mir leid, er kann einfach nicht ernst sein. In Wirklichkeit heißt sie Sabine.

Könnt ihr mir etwas über eure Reise erzählen?

Knut: Nein.

(Interviewer schaut verdutzt.)

Knut: Oh, Entschuldigung. Ich hatte verstanden Preise. Wir sind zwar für Betriebsfeste und Hochzeiten buchbar, aber darüber sprechen wir ungern.

Ruth: Ja, wir tauchen überraschend auf Hochzeitstorten auf. Die glücklichen Gesichter zu sehen, ist unbezahlbar. Über unsere Reise dürfen wir nicht viel verraten, nur so viel: Sie war verrückt.

Dann verratet mir bitte, in welche Kategorie euer Buch einzuordnen ist.

Ruth: Schwer zu sagen. Wir widmen unser Buch gerade all jenen, die nicht in eine Schublade einzuordnen sind, zumindest nicht nach einem flüchtigen Blick. Klar, man könnte diese menschlichen Wesen fix in die Kategorie „seltsam“ packen und der Fall ist erledigt. Aber keiner ist freiwillig seltsam, es gibt immer einen Grund. Und wenn unbedingt das Einordnen in Schubladen sein muss, dann sollte man diesen Menschen erst einmal zuhören und kann dann eine neue schaffen. In unserem Buch geht es um das Suchen&Finden, um Starke&Schwache, um Hürden im Leben – und natürlich um die Liebe.

Was ist euer größter Traum?

Ruth: Ein Haus am See.

Ruth und Knut mit Haus am See
Ein Traum.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Ruth: Wir wollen unsere Chefin glücklich sehen. Nicht nur für einen Moment. Dafür werden wir unser letztes Hemd geben.

Knut (zuckt zusammen): Oh je, ich bin nackt?! (Er rennt aus dem Raum mit dem Ruf „Kauft unser Buch!“ und wurde seitdem nicht mehr gesehen.)

Allerdings gibt es dieses noch nicht. Dennoch kannst du schauen, welche echten Schauplätze es ins Manuskript geschafft haben.